Fragen aus der Praxis

Was ist Abtragbeizen?

Dünne Oberflächenbereiche mit Zug- und Eigenspannungen sowie Mikrorisse, die bei der Bearbeitung entstehen, können bei Einwirkung von Chloriden, Laugen und Schwefelwasserstoff bei höheren Temperaturen zu Spannungsrisskorrosion führen.

Zur Minderung dieser Gefährdung werden von der Oberfläche 3-5 µm durch das Beizen abgetragen.


Mit welchem Werkstoffabtrag muss man beim Tauchbeizen von Edelstahl rechnen und wie hoch ist die Eisenanreicherung im Tauchbad?

Bei den gängigen Edelstahlqualitäten (1.4301, 1.4571 u.ä.) beträgt der durchschnittliche Werkstoffabtrag 0,5 - 2 µm. Der Abtrag wird direkt beeinflusst von der Beizdauer, der Bad- und Objekttemperatur und der Badbewegung. Auf die Flächeneinheit bezogen beträgt der Werkstoffabtrag ca. 4 - 16 g/m².

Nach unseren Erfahrungen verbleiben aber nur 30-50 Prozent des gelösten Eisens im Bad, der Rest wird mit den gebeizten Werkstücken ausgetragen und über das Spülwasser abgeführt.

Die Faustformel zur überschlägigen Kontrolle: Pro m² gebeizte Fläche wird das Bad um 2 - 4 g Eisen angereichert.